Die Galeristin
Im Auenhof mit seinem Galeriebetrieb verwirklicht Heidemarie Aagaard bereits das zweite Projekt dieser Art. Drei Leidenschaften zeigen sich hier in erfolgreicher Verbindung: die Lust am Handwerken und bildnerischen Gestalten, die Begeisterung für alte Gebäude und ihre Freude an tatkräftiger Selbstbestimmung. Mit diesen Talenten und Eigenschaften fühlt sie sich ihrem dänischen Großvater verbunden, der als Kirchendeckenmaler tätig war und eine Schaar von Künstlern und Kunsthandwerkern in die Welt sandte - weshalb die dänische Flagge ins Erscheinungsbild der Aagaard Galerie gehört. Seit fast 40 Jahren läuft ein reger Austausch zwischen der Galeristin und Künstlern aus dem Inn- und Ausland. Einige begleitete sie bis zur ersten Ausstellung, oder gab ihnen die Chance zu dieser. Künstler wie Martin Gietz, Annemarie Betke, Eike Erzmoneit, Harald Kriesel, Bringfried Pöske, Kurt Mühlenhaupt und Gerhard Geidel förderte sie in ihrer künstlerischen Entwicklung über Jahre.

Mit der Sanierung des Auenhofes – ursprünglich ein Kossätenhof - begann Heidemarie Aagaard 1989. Nach dem sie ihre erste Galerie aufgeben musste, war sie nicht entmutigt und arbeitete sich erneut vom ersten Raum des Wohnhauses über Remise und Pferdestall, weiter bis zur Waschküche. Schon 1976 hatte Heidemarie Aagaard das alte hermsdorfer Schlachthaus eigenhändig saniert und zu einem Atelier ausgebaut, um ihre künstlerischen Experimente in Malerei und Keramik ausdehnen zu können. In der Woche wurde dem Gelderwerb nachgegangen, an den Wochenenden auf der Baustelle zugepackt. So hatte sie sich damals vom ersten bis zum 13. Raum die ersehnte Schaffensfreiheit erkämpft. Erste Ausstellungen brachten schnell einen Kreis von Menschen ins Haus, die ebenfalls bildnerisch und kunsthandwerklich tätig waren. Mitstreiter wie der Waffenrestaurator Siegfried Vogel und der Bildhauer Joachim Fechner schlossen sich Heidemarie Aagaard an. In den folgenden Jahren hatten sie gemeinsam die anderen Gebäude des Dreiseitenhofes saniert und eine Künstlerkolonie etabliert, deren Ateliers und Werkstätten öffen für Laien und Professionelle waren.

Heute möchte Heidemarie Aagaard wieder öfter Zeit finden, um zu töpfern und vielleicht auch einmal wieder eine Emaille-Einlegearbeit zu verwirklichen.
© Heidemarie Aagaard 2015-2017